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Zur Sache.
Editorial 20.2008
Von Franziska Lange
Fußball ist das halbe Leben – nun gehört die größere Hälfte wieder den wichtigen Dingen. Zum Glück, denn was sind schon 22 gegen 344 Tage des Restjahres?
Was ist schon ein passiver zwölfter Mann gegen 106 776 Aktive – Exakt so viele haben im vergangenen Winter an sächsischen Hochschulen studiert.
Denn, vor lauter Lederenthusiasmus darf nicht vergessen werden, daß im eigenen Strafraum die spannendsten Angriffe stattfinden. Und heimische Spielplätze gibt es viele. Als Vorbild wären die Germanistikstudenten der Gruppe MIND zu empfehlen, die zu Beginn dieser Woche per Protest vor dem Rektorat der TU Dresden auf die marode Situation ihres Studienganges aufmerksam machten. Auch der FSR Berufspädagogik kämpft gegen die Kürzungspolitik und ringt nach Unterstützung während in der Geschichte gleich ein ganzer Lehrstuhl geschlossen wird. Immer noch kann sich die eigene Unterschrift gegen ein undemokratisches Hochschulgesetz wehren und die Petitionsübergabe nächsten Mittwoch (9.7.) darf gern von vielen Unterstützern begleitet werden.
Und ganz wichtig bleiben dabei die defensiven Strategien: Am eigenen studentischen Gesetz wird weiterhin geschrieben.
Und sonst so?
Ganz kann ich dem Fußball noch nicht entsagen. Mein Abend klingt am heutigen Mittwoch (2.7., 20.30 Uhr) mit dem runden Leder im tibetischen Kloster bei „Das Spiel der Götter“ im Kino im Kasten aus. Nach diversen Layoutarbeiten in der „ad rem“-Redaktion und den nötigen Reibungen mit Chef und Autoren hoffe ich auf warmes Elbeschwimmwetter bis mir „Loreena McKennitt“ am Dienstag (8.7., 20 Uhr) Prüfungsablenkung verschafft.
[Foto: Amac Garbe ]
(In „ad rem“ 20.2008 vom 2. Juli, Seite 2)
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Kaffeefahrt mit Schlapphutfolgen
Vier Tage Paris für 30 Euro – inklusive umstrittener Demonstrationsteilnahme
Von Anna Schmähling
Wäre das nicht schön: Der Iran als freie Gesellschaft – befreit von Unterdrückung, Armut und Hunger?
Genau das will auch Maryam Radjavi in ihrer Rede am vergangenen Samstag, dem 28. Juni, in Paris. Sie ist umringt von zehntausenden Menschen, die jubeln und gelbe Fahnen sowie Schilder schwenken. Die Kulisse erinnert an amerikanischen Wahlkampf. Theatralische Musik begleitet die bewegenden Leinwandbilder von Gefangenen, armen Kindern und Frauen, die Müll sammeln. Sie will Gleichberechtigung und Säkularisierung. Sie sieht nett aus und trägt ein hellblaues Kostüm. Nur ihr blaues Kopftuch, das ihre schwarzen Haare verdeckt, wirft sie wieder in ihren Kulturkreis zurück. Die Menschenmassen in dem großen Gebäude halten einen Moment still, als sie einen traurigen Blick lang innehält. Am Ende des Videos eines Internetportals der Aufruf: „March to the peak of Victory – Marschiert bis zum Gipfel des Sieges“. Maryam Radjavi soll für die„Nationalen Widerstandsrats Iran“ (NWRI) die künftige Präsidentin des Iran werden. Eine Dresdner Studentin, die die Veranstaltung am Samstag besuchte, schildert ihre Eindrücke: „Ich war sehr überrascht, um was es bei der Veranstaltung ging: Im Iran herrscht im Moment eine politisch-religiöse Diktatur, d.h. es gibt keine Presse- und Meinungsfreiheit. Es werden sogar Kinder erhängt! Ich finde diesen Weg ganz sinnvoll, um die Welt darauf aufmerksam zu machen.“
Laut dem hessischen Verfassungsschutzbericht von 2004 führt Maryam mit ihrem Ehemann Massoud Radjavi die „streng hierarchisch geführte Kaderorganisation NWRI“. Diese ist der „politische Arm der militanten Volksmodjahedin Iran-Organisation (MEK). Die MEK unterhielt im Irak bis zur Entwaffnung durch US-Streitkräfte im Zuge des Irak-Krieges eine mehrere tausend Kämpfer umfassende Guerillaarmee unter Protektion von Saddam Hussein zur Bekämpfung des iranischen Regimes und verübte im Iran terroristische Anschläge.“ Außerdem heißt es im Text des Berichtes, daß die Organisation sich in „ihrer Propaganda als einzige demokratische Alternative “ darstellt. Im sächsischen Verfassungsschutzbericht des vergangenen Jahres steht: „Die Europäische Union und die USA nahmen die MEK im Jahr 2002 in die Liste der terroristischen Organisationen auf.“ Alrik Bauer, Pressesprecher des sächsischen Verfassungsschutzes, bestätigt: „Am 28. Juni 2008 findet in Paris die mit diversen Flugblättern bundesweit beworbene Großdemonstration des extremistischen NWRI statt.“ Bauer erläutert weiter, daß diese Veranstaltung zuerst „in Erinnerung an die gewaltsame Niederschlagung einer Großdemonstration der MEK am 21. Juni 1981 in Teheran (Iran) stattfand. Ab 2004 galt sie auch dem Jahrestag der Exekutivmaßnahmen der französischen Polizei gegen den Sitz des NWRI bei Paris am 17. Juni 2003 und der damit verbundenen Verhaftung Maryam Radjavis.“ Bauer gibt aber Entwarnung: „Eine Gefahr für die auch außerhalb der Anhängerschaft des NWRI angeworbenen Reiseteilnehmer kann aus bisherigen Erfahrungen nicht abgeleitet werden.“
Auf den Flugblättern wird die Großdemonstration als „eine große iranische humanitäre Veranstaltung“ beworben. Auch als Anzeige hat sie Einzug auch in ostsächsische Campuszeitungen gefunden (siehe Foto). Laut Veranstalter, hier wird „Exil Irana“ genannt, sollen „verschiedene europäische und amerikanische Titelträger“ sowie ein „kulturelles Programm“ zu sehen sein. „Für den Preis war die Reise gut. Wir hatten zwei Tage frei und ich war auch nicht bei der Veranstaltung. Von politischen Sachen haben wir gar nichts erfahren“, sagt ein Student, der schon im letzten Jahr dabei war. Der Studentenrat der TU Dresden reagierte am letzten Freitag mit einer Meldung an alle Studenten. Darin macht Michael Moschke, Geschäftsführer des Studentenrates, auf die Reise nach Paris aufmerksam. Moschke mahnt vor allem die „Morallosigkeit“ an, mit der eine einfache Reise, bei der „nur einmal kurz an einer Großveranstaltung“ teilgenommen werden muß, suggeriert wird. Leider kam diese Email zu spät für die, die dieses Jahr an der Reise teilnahmen. Der Kanzler hielt die Meldung laut Moschke zurück, da der Studierendenverteiler eigentlich nur für Neuigkeiten rund um Lehre und Studium verwendet werden. Der Studentenrat der TU Dresden wollte die Nachricht eigentlich schon viel eher an die Studierenden versenden aber letzendlich kam die Genehmigung doch zu spät. Eine Studentin, die sich erst angemeldet hatte aber dann nicht mitfahren konnte, schrieb dem Studentenrat der TU Dresden kurz nach der Meldung: „Ich will nur sagen, daß ich sehr dankbar für diese Information bin, weil ich sonst gegebenenfalls nächstes Jahr mitgefahren wäre.“
Zum Foto: Vier Tage nach Demoparis: Anzeigenausriß aus einer Dresdner Campuszeitung.
[Foto: Amac Garbe]
(Titelstory in „ad rem“ 20.2008 vom 2. Juli, Seite 1)
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18. Polarkreis-Preis
Anne Griesche hat das exklusive "ad rem"-Leserinterview gewonnen
Von Juliane Hanka
Die Gewinnerin unseres Interviews mit POLARKREIS 18 („ad rem“ 19.2008, Seite 10) und dem dazu gehörenden Freikartenpaar fürs La Pampa-Festival (4. bis 6. Juli) steht fest.
Anne Griesche hat uns mit ihren drei Fragen überzeugt, ein würdiger Vertreter der „ad rem“-Leserschaft zu sein. Zusammen mit unserer Subkultredaktion und einer von ihr bestimmten Begleitperson darf sich Anne nun am Samstag (5. Juli) auf den Weg nach Hagenwerder bei Görlitz machen, um POLARKREIS 18-Sänger Felix Räuber bei einem mitternächtlichen Gespräch mit ihren Fragen zu löchern.
Aufregung, Stimmung und Atmosphäre – und natürlich Felix’ Antworten fängt unsere Reportage für Euch ein, die Euch in der „ad rem“-Ausgabe vom 9. Juli in die Zeitung flattern wird.
Netzinfos: www.lapampa-festival.de
[Foto: PR]
(In „ad rem“ 20.2008 vom 2. Juli, Seite 1)
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Ministersessel zeugt Leerstuhl
Nach dem Wechsel ist vor dem Wechsel: Freibergs Rektor wird Sachsens Schatzmeister
Von Sarah Richter
Unerwartet kam sie, die Berufung des parteilosen Rektors der TU Bergakademie Freiberg, Prof. Georg Unland, in die Landeshauptstadt auf den Posten des sächsischen
Finanzministers.
Dieser wiederum war frei geworden, als der ehemalige Amtsinhaber Stanislaw Tillich (CDU) zum Ministerpräsidenten gekürt wurde – als Nachfolger für den krisengeschüttelt zurückgetretenen Georg Milbradt. So war die Nachricht vom Weggang des seit 2000 als Rektor amtierenden Maschinenbauprofs Georg Unland vor genau zwei Wochen flink verkündet und er vor einer Woche flugs vereidigt.
Ein Jahr hätte Unland noch in Freiberg in seiner dritten, je auf drei Jahre begrenzten Rektoramtszeit gehabt – genauso lange währt jetzt die Restlaufzeit der jetzigen Regierungskoalition aus CDU und SPD bis zur nächsten Landtagswahl. Die Interimsgeschäfte
an der Bergakademie Freiberg werden zunächst vom derzeitigen Prorektor für Bildung,
Prof. Michael Schlömann, übernommen. Doch wie dreht sich – angestoßen durch das Personalkarussell in der sächsischen Regierung – das universitätsinterne Karussell weiter?
Susanne Franke, stellvertretende Sprecherin des Freiberger TU Studentenrates (StuRa), erklärt
den Ablauf: „Aus dem Kreise des Rektoratskollegiums wird zeitnah ein kommissarischer Rektor bestimmt, der die Uni übergangsweise leiten wird. Zu Beginn des Wintersemesters wählt dann das Konzil für die nächsten drei Jahre einen neuen Rektor.“ Wer dies allerdings sein wird, darüber ist noch nichts bekannt. Der StuRa hofft zunächst auf eine „konstruktive Zusammenarbeit“ mit Schlömann – und danach ebenso wie mit dem kommissarischen
Rektor. „Insbesondere erwarten wir, daß sich das Rektoratskollegium den Problemen
beim Bachelor- und Master-System annimmt“, betont Susanne Franke.
Zum Foto: Georg Unland ist auf dem Balkon Europas angekommen – hier bei einem lustigen
PR-Termin …
[Foto: Willem gr. Darrelmann]
(In „ad rem“ 20.2008 vom 2. Juli, Seite 3)
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Irgendwas mit Medien machen?
„ad rem“ bietet Chance zum Einstieg in die Welt der „vierten Gewalt“
Von Anna Schmähling
Karla Kolumna, Claus Kleber und Gundula Gause – man kann auch ohne Namensalliteration Journalist werden.
Besonders nach einem abgeschlossenen, geisteswissenschaftlichen Studium freut man sich über sein breites aber undefiniertes Tätigkeitsfeld. Vielleicht Medien- oder Öffentlichkeitsarbeit?!
Dort ist es jedoch schwer Fuß zu fassen – vor allem ohne entsprechende Vorkenntnisse. Aber auch Natur- oder Wirtschaftswissenschaftler mit ansprechendem Ausdruck werden im Journalismus gesucht. Warum nicht bei „ad rem“ die Grundlagen lernen? Die größte regionale Hochschulzeitung Deutschlands fahndet nach neugierigen, kreativen und objektiven Autoren aller Studienrichtungen. Vorraussetzungen sind gutes Allgemeinwissen, lebendiges Deutsch und grundlegende PC-Kenntnisse.
Die 20 000 wöchentlichen Exemplare an Ostsachsens Hochschulen warten auf Deine Mitgestaltung. Zur Zeit gibt es vor allem Vakanzen in den Ressorts HOCHSCHULSPORT, RATGEBER und CAMPUS. Aber auch ein studienbegleitendes Praktikum wäre nach Absprache noch möglich. Nachfragen und Bewerbung per Mail an:
redaktion@ad-rem.de
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"ad rem" ist eine der größten unabhängigen regionalen Hochschulzeitungen Deutschlands und erscheint wöchentlich kostenlos an den sächsischen Hochschulstandorten Dresden, Görlitz und Zittau sowie mit der ersten Ausgabe eines jeden Monats zusätzlich auch in Freiberg.
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